Muskelausdauer

 

Die Muskelarbeit eines Gewehrschützen besteht aus einer dynamischen Komponente, dem Einsetzen der Waffe und einer statischen Komponente, dem Halten der Waffe in der Anschlagposition. In diesen beiden Handlungen stecken zwei Notwendigkeiten:

1. die höchstmögliche Präzision und Gleichförmigkeit beim Einsetzen.

2. die optimale Ruhe in der Phase des Haltens.

Nur wenn jeder einzelne Halteprozess mit genügender Stabilität fixiert werden kann, sind vernünftiges Zielen und sauberes Abziehen gewährleistet.

Um aus der äußerlich hinreichenden Muskelarbeit eine qualitativ hochwertige Muskelarbeit werden zu lassen, sind vor allem die Feinsteuerung und das Zusammenwirken der Muskeln zu verbessern und zu entwickeln. Wieviel Kraft und Kraftausdauer braucht den ein Schütze um nicht durch Ermüdungserscheinungen den technisch sauberen Anschlag auflösen zu müssen?

Sportmedizinische Untersuchungen weisen ideale Arbeitleistung von Muskeln dann nach, wenn die Beanspruchung etwa im Bereich von 20 - 30 % der Maximalkraft leigt. Bei dieser Belastung ist eine Durchblutung und Versorgung der Muskulatur weiterhin möglich und damit wird der Zeitpunkt von Leistungsausfällen weit hinausgeschoben.

Je mehr Kraft und Kraftausdauer zur Verfügung stehen, desto größer ist die Kraft, bzw. Kraftausdauer, die man im Anschlag einsetzen kann. Aus dieser Überlegung heraus darf gefolgert werden, dass die maximale Kraft, bzw. Kraftausdauer einen Schützen festlegt, wieviel Anspannungen im einzelnen Anschlag aufgebracht werden darf, ohne Ermüdungserscheinungen in Kauf nehmen zu müssen. Umgekehrt heisst das, dass der Schütze seine maximale Kraftausdauer steigern muss, wenn er im Anschlag mit höheren Kräften arbeiten will.

Details zum Thema Kraft und Kraftausdauer findest du auf meiner Trainerseite.

Ermüdungserscheinungen im Anschlag kann man vor allem durch eine Verkürzung der Haltezeit erreichen, weniger durch eine Verringerung des zu hebenden Gewichtes. Mit zunehmender Haltedauer gerät der Muskel in immer ungünstigere Versorgungsbedingungen (Abtransport von Energieträgern und Verbrennungsrückständen). Drei Merkmale:

1. zunehmend ungewollte Bewegungen.

2. minimale Verspannungen.

3. unkontrollierbare Reflexe.

Nun ja, dann nichts wie ran an die Kraftmaschine und los mit Maximalkrafttraining. STOPP -> Weiterlesen

Auch hier gilt, und es ist zu meinem Grundsatz geworden: Nicht maximal trainieren, sondern optimal trainieren !!! (An dieser Stelle ein Danke an Prof. Weineck, den ich in meiner Ausbildung zum Vorarlberg Trainer und in anderen Vorträgen erleben durfte)

Der Faktor Kraft spielt im Schiesssport sicherlich eine geringere Rolle als der Faktor Ausdauer. Das Maximalkrafttraining bringt keinen Nenneswerten Vorteil für die Arbeit im Anschlag. Es ist eher ein Nachteil. Grössere Muskeln müssen mehr versorgt werden und sind schwieriger zu koordinieren. Von speziellem Krafttraining ist also grundsätzlich abzuraten. Zumindest bei "normal" entwickelten Personen.

Ausdauertraining ist sinnvoll, wenn es in vernünftigen Grenzen betrieben wird. Methoden zur Steigerung der Kraftausdauer werden bei uns im Training des SSV vermittelt.