Die Konzentration

Aufmerksamkeit und Konzentration sind wichtige Elemente oder Eigenschaften, die einen guten Schützen auszeichnen. Wem sind folgende Sätze noch nie durch den Kopf gegangen: "Warum mach ich so einen blöden Fehler?" oder "Wo war ich jetzt mit meinem Kopf?".

Konzentrationsstörungen lassen sich in etwa mit dem Ermüden eines Muskels bei Belastung vergleichen. Der Muskel ermüdet im Laufe z.B. eines Krafttrainings und die Ausführung und Qualität der Bewegung verändert sich nach der 20. Wiederholung. Bei der Konzentration ist es ähnlich und um mit geeigneten Maßnahmen die Konzentration zu steigern muss man zuerst wissen, welche Ursache für die Konzentrationsschwäche oder -störung verantwortlich ist.

Oft ist es eine ungewohnte Belastung, die dann eintritt, wenn im Wettkampf ein 60 Schuss Programm absolviert werden muss und man im Training immer nur 30 Schuss trainiert hat. Konsequenz: Trainingspensum an das Wettkampfprogramm anpassen. Auf Veränderungen im Training achten, die von der Konzentrationsfähigkeit abhängig sind.

Sobald die Gedanken vom Schiesstraining abschweifen oder Bilder durch den Kopf flattern, die nicht im Zusammenhang mit der Steuerung des Schiessens stehen, ist dies ein Hinweis auf das Absinken der Konzentration. Ein weiteres Indiz für Konzentrationsschwäche das sehr oft bei Schützen zu finden ist: Es stört, wenn der Geräuschpegel für den Schützen zu hoch wird und er sich deswegen nicht mehr konzentrieren kann.

Aus Abschweifungen auf der gedanklichen Ebene resultieren technische Fehler. Treten diese auf ist eine längere Pause von Nöten. Ein Fehlverhalten, dass in dieser Situation auch gerne praktiziert wird: Ich mach jetzt keine Pause, weil ich befürchte, dass ich nicht wieder meine Stellung finde.

Auch das "Pausieren" muss Bestandteil des Trainings sein. Unterbrechungen einlegen, einige Schritte gehen, Dehnübungen durchführen und körperliche sowie psychische Spannungen damit lösen. Was man nicht tun sollte während den Pausen (Trainings- oder Wettkampfpause): Diskussionen mit anderen Schützen führen oder Resultate der Konkurrenten in Erfahrung bringen wollen.

Weitere Ursachen könnten mangelhafte Pausen sein. Pausen sind in ihrer Wirksamkeit von Dauer, Häufigkeit und Gestaltung abhängig. Beim Schießen ist die Entspannung zwischen den Schüssen wichtiger als etwa die Pausen beim Wechsel der Stellung. Die Zeit zwischen Absetzen der Waffe und neuer Aufnahme soll zur Muskellockerung und dezentem abschweifen der Gedanken genutzt werden. Eine Hochrechnung auf das Endresultat empfiehlt sich allerdings nicht.

Eine weitere Störquelle: unverarbeitete Konflikte. Aufmerksamkeit und Konzentration können durch Sorgen aus Schule, Beruf und sozialem Umfeld beeinflusst werden. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es grundsätzlich möglich ist Konflikte zu bewältigen indem man sie löst. Oft bringen Gespräche Klarheit in die Angelegenheit. Versuche wichtige Konflikte zu klären, damit sie im Wettkampf nicht ausgebrütet werden müssen.

Fazit:

Die Konzentration spielt beim Schießen ein wichtige Rolle

Die Reaktionsweise des Konzentrationsvermögens ähnelt der der Muskulatur

Die Konzentration wird durch schwebende Konflikte gestört

Konzentrationsfähigkeit kann durch Medikamente kaum gesteigert werden

Konzentration zählt zu den wichtigsten Leistungsfaktoren beim Schießen